Rotatoren-Manschettensyndrom: Schmerzen am Oberarmgelenkkopf überwinden
Bei diesem Schmerzsyndrom liegt folgende Symptomatik vor: starke Schulterschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Schmerzen bei Rotationsbewegungen des Arms, Schmerzausstrahlung in den Arm, nächtliche Druckschmerzen und Schmerzen bei Bewegungen wie seitliches Anheben. Man geht davon aus, dass die Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel in irgendeiner Weise verletzt sind. Als Ursache werden zu starke Fehlbelastungen und Alterserscheinungen genannt. Es können in der Folge noch weitere Schmerzbilder wie Schultersteife, Arthrose und ähnliches auftreten.
Das Rotatoren-Manschettensyndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen, besonders bei Menschen, die repetitive Bewegungen ausführen oder älter werden. Eine ganzheitliche Behandlung kann in vielen Fällen zu einer vollständigen Genesung führen.

Die Rotatorenmanschette: Vier Muskeln für Stabilität und Beweglichkeit
Bei der Rotatorenmanschette handelt es sich um vier Muskeln, die alle die Funktion besitzen, den Schulterarmkopf im Gelenk zu halten und zu führen. Würde diese Haltefunktion nicht bestehen, so würde die Schulter viel schneller auskugeln. Gleichzeitig können diese Muskeln Rotationen, das seitliche Heben und das Heranführen des Arms im Zusammenspiel mit anderen Muskeln durchführen. Dabei bilden Schleimbeutel, Sehnenansätze und die optimale Schulterhaltung eine wichtige Gesamtfunktionalität.
Die vier Muskeln der Rotatorenmanschette
1. Unterschulterblattmuskel (Musculus subscapularis)
Der Unterschulterblattmuskel ist einer der wenigen Muskeln, die man nicht tasten kann, da er sich direkt zwischen Schulterblatt und Brustkorb befindet. Er ist an beiden Seiten sowohl mit dem Schulterblatt als auch der Brustkorbrückseite fest verwachsen und sorgt zusammen mit dem Bindegewebe für den nötigen Halt und die nötige Beweglichkeit des Schulterblatts.
Bei dauerhaften Innenrotationen, Fehlhaltungen und plötzlichen traumatischen Geschehen kann er stark verkürzen und eine Schutzspannung aufbauen. Die Sehne ist mit dem vorderen Teil des Oberarmkopfs verwachsen und bildet zusammen mit den anderen Anteilen der Rotatorenmanschette eine kapselartige Struktur.
2. Obergrätenmuskel (Musculus supraspinatus)
Der Obergrätenmuskel ist entscheidend für das seitliche Heben des Arms und wird bei vielen Bewegungen beansprucht.
3. Untergrätenmuskel (Musculus infraspinatus)
Der Untergrätenmuskel ist wichtig für die Außenrotation des Arms und trägt zur Stabilität bei.
4. Kleiner Rundmuskel (Teres minor)
Der kleine Rundmuskel unterstützt die Außenrotation und Stabilisierung des Schultergelenks.
Ursachen des Rotatoren-Manschetten-Syndroms
Dieser kurze Einblick in die Rotatorenmanschette soll Ihnen verdeutlichen, wie stark eine gute Funktion für ein schmerzfreies Funktionieren des Gelenks notwendig ist.
Machen Sie zum Beispiel den ganzen Tag keine Außenrotation, so verkürzt sich der Unterschulterblattmuskel und meistens wird durch Fehlhaltung begünstigt der Untergrätenmuskel überdehnt und gereizt. Deshalb ist es wichtig ein umfassendes, komplettes, systematisches Training der Schultermuskulatur durchzuführen. Dabei spielt der Ausgleich zum verkürzenden, einseitigen Schulter-Alltag eine wichtige Rolle.
Hierfür empfehle ich eine bestimmte Art von Übungen, die das Gelenk maximal beweglich, aber auch maximal kraftvoll erhalten.
Diagnose des Rotatoren-Manschetten-Syndroms
Klinische Untersuchung
Durch leichtes und gegebenenfalls tiefes Abtasten können weitere schmerzauslösende Strukturen bestimmt werden. Mittels Foto oder Winkelangabe werden die eingeschränkten und schmerzhaften Bewegungswinkel festgehalten, um den Therapiefortschritt zu dokumentieren.
Probleme bei den oben aufgezeigten Bewegungen wie seitwärts Heben, innen Rotieren und außen Rotieren sind ebenso zielführend.
Bildgebende Verfahren
Durch genaue Schmerzbeschreibung wird die Diagnose eingegrenzt. Bei unverändertem, nicht nachvollziehbarem Schmerzbild sollten mittels Röntgen, MRT oder Ultraschall weitere Schädigungen, z. B. Oberarmkopfbruch, ausgeschlossen werden.
Behandlung des Rotatoren-Manschetten-Syndroms
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten: einmal schulmedizinisch und einmal naturheilkundlich funktionell, wobei sich auch beide Herangehensweisen gegenseitig ergänzen können.
1. Schmerzverringerung mit Schmerzmitteln
Dabei werden Tabletten wie Diclofenac, Voltaren oder Ibuprofen empfohlen. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie sind für den kurzfristigen, akuten Einsatz bei stärksten Schmerzen geeignet. Man sollte immer die Nebenwirkungen im Blick haben und weder präventiv noch mit dem Motto „viel hilft viel" bei Schmerzmitteln agieren.
2. Schmerzmittelsalben
Es gibt zum Beispiel Diclofenac und Voltaren auch als Salbe. Sie werden an die entsprechenden Stellen eingebracht. Hierbei handelt es sich auch um Schmerzmittel, die in den Blutkreislauf gelangen. Besser ist natürlich, dass durch das direkte Auftragen Magen und Darm nicht so in Mitleidenschaft gezogen werden.
3. Cortisoninjektion
Bei sehr schmerzhaften Beschwerdebildern kann der Arzt bei entsprechender Ausbildung auch Cortisonspritzen in das Gelenk geben. Hierbei sollte man genau den Nutzen, die Gefahr bei der Spritzung und die Nebenwirkungen abwägen.
4. Physikalische Therapie
Hier setzt man Wärme, Ultraschall, Reizstrom oder Tens ein, um die Schulterschmerzen zu mindern. Diese Verfahren haben relativ geringe Nebenwirkungen. Leider bleibt häufig die gewünschte Wirkung aber aus.
5. Passive und aktive Krankengymnastik
Passiv bedeutet, der Arm des Patienten wird langsam vom Therapeuten geführt, um die Schulterbeweglichkeit zu verbessern. Aktiv bedeutet, der Patient führt selbst die Bewegung aus. Natürlich hat Bewegung einen großen Vorteil gegenüber anderen Verfahren, da es die Strukturen wirklich neu trainiert.
Es sollten aber eine Überreizung, zu viel Spannungserhöhung und zu schnelle Bewegungen vermieden werden, da sie in einem akuten Schmerzprozess kontraproduktiv sind.
6. Operation an der Rotatorenmanschette
Meine Erfahrung besagt, dass Operationen vermieden werden sollten, da dadurch meistens die komplexe Arbeit von Muskeln, Sehnen, Schleimbeuteln, Bändern und Faszien langfristig gestört wird. Besser ist eine entsprechende natürliche Therapie, die langsam aber sicher die Schmerzursachen beseitigt.
Hat man aufgrund eindeutiger Diagnose mittels MRT keine andere Wahl, sollte man immer mehrere Spezialisten befragen. Dabei sollte man auch spezialisierte Heilpraktiker, Sportmediziner und Physiotherapeuten einbeziehen.
Bereit für ganzheitliche Hilfe?
Wenn Sie unter einem Rotatoren-Manschettensyndrom leiden und nach einer nachhaltigen Lösung suchen, vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch. Gemeinsam finden wir einen individuellen Weg zu einer schmerzfreien Schulter.
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